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Bärbel Stahl: Rede zur Wahlversammlung

Hallo zusammen, schön, dass Sie gekommen sind.

Ich bin Bärbel Stahl, bin 57 Jahre alt, verheiratet, arbeite als MFA bei den Kinderärzten in Donauwörth. Ich vertrete seit knapp 6 Jahren mit Leidenschaft und Engagement die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Donauwörth und der Stadtteile. Ich arbeite mit im Haupt- und Finanzausschuss, Bau- und Stadtplanungsausschuss und im Werk- und Umweltausschuss. Als Schulreferentin kümmere ich mich um die Belange unserer Grundschulen und der Mittelschule. Deswegen habe ich einen tiefen Einblick in die Arbeit und die Prozesse der Verwaltung.

Bärbel StahlWas macht mich aus?

Ich bin mit Leidenschaft Mama und Oma, ich fahre deutlich mehr Rad als Auto, für mich ist soziales Engagement eine Herzensangelegenheit und bei einem guten Roman und beim Stricken kann ich am besten entspannen.

Heute stehe ich hier mit großer Dankbarkeit, aber auch mit großer Entschlossenheit. Dankbarkeit dafür, dass ich, als OB-Kandidatin für die Grünen antreten darf – und Entschlossenheit, weil ich überzeugt bin, dass wir Donauwörth aktiv gestalten können: sozial, ökologisch und zukunftsorientiert.

Wir alle wissen: Eine Stadt wird nicht besser, indem man sie nur verwaltet. Sie wird besser, wenn man sie gestaltet – mit Mut, mit Ideen und mit Herz. Genau dafür trete ich an.

Mein Slogan ist: Sozial gestalten, statt verwalten

Unsere Stadt kann mehr, als nur den Status quo zu halten. Sie kann ein Ort sein, an dem alle Menschen faire Chancen haben – unabhängig von Religion, Herkunft, Einkommen oder körperlichen Einschränkungen.
Ein Ort, an dem niemand durchs Raster fällt.
Ein Ort, an dem wir soziale Herausforderungen nicht als Belastung sehen, sondern als Aufgabe, die wir gemeinsam lösen.

Bürgerbeteiligung ernst nehmen

Dafür ist es nötig, dass Politik nicht hinter verschlossenen Türen gemacht wird. Denn gute Politik wächst aus dem Dialog und mit Transparenz.
Deshalb möchte ich Bürgerbeteiligung zu einem echten Pfeiler unserer Stadtentwicklung machen: transparent, verlässlich und niedrigschwellig.

Denn wer hier lebt, weiß am besten, was Donauwörth braucht und wie die Stadt tickt. Wir brauchen keine Gutachter von außerhalb, die viel Geld kosten, aber denen wir erst unsere Stadt erst erklären müssen, damit sie uns anschließend sagen, was wir machen müssen.

Ich stelle mir Bürgerworkshops vor. Menschen werden aber nicht nur eingeladen – sondern können wirklich mitreden, mitdenken und mitentscheiden und man hört dann auch auf sie und setzt die Ideen auch um.

RollstuhlIntegration und Teilhabe für sozial Benachteiligte

Das gilt für absolut Jeden! Denn eine Gemeinschaft ist nur so stark, wie ihre schwächsten Glieder. Menschen, die soziale oder finanzielle Schwierigkeiten haben, brauchen keine Stigmatisierung – sie brauchen Unterstützung, Perspektiven und Zugehörigkeit.
Integration bedeutet für mich nicht nur die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie bedeutet, jeden Menschen mitzunehmen, der Unterstützung braucht. Nur so entsteht ein Donauwörth, das niemanden zurücklässt.

Barrierefreiheit für alle

Dazu gehört Barrierefreiheit, denn Barrierefreiheit ist kein Luxus. Sie ist ein Grundrecht.
Wir müssen Donauwörth so gestalten, dass Menschen mit Einschränkungen – auch Blinde und gehörlose Menschen – sich frei, sicher und selbstbestimmt bewegen können.

Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, in Verwaltungsgebäuden, im Verkehr, in der digitalen Stadt – das ist ein zentraler Baustein für eine inklusive, moderne Kommune.
Und ganz ehrlich: Wenn wir eine Stadt schaffen, in der wirklich jeder zurechtkommt – dann ist das doch das beste Qualitätsmerkmal überhaupt, oder?

Kultureller Austausch schafft Verständnis

Auch Kultur ist ein Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Ob Musik, Feste oder Begegnungen im Alltag: Wenn wir uns kennenlernen, verstehen wir uns.
Und wenn wir uns verstehen, akzeptieren wir uns.

Ich möchte Donauwörth als Ort stärken, an dem kulturelle Vielfalt nicht nur geduldet wird, sondern gelebt und gefeiert wird.

Begeisterte RadfahrerinEin sinnvolles, sicheres Radwegenetz

Ich persönlich fahre in der Stadt fast ausschließlich mit dem Fahrrad, im letzten Jahr waren es im Stadtgebiet 2000km. Aber nicht nur deswegen ist ein vernünftiges, sicheres Radwegenetz für mich enorm wichtig.

Denn gerade Familien wissen: Gute Radwege sind Lebensqualität.

Wir brauchen ein Radwegenetz, das logisch, sicher und durchgängig ist – innerstädtisch genauso wie zu den Stadtteilen.

Im Mittelpunkt stehen für mich da Kinder und Schüler und Schülerinnen, denn ihre Sicherheit muss der Maßstab für den Radverkehr sein. Wenn sie sicher zum Sport, in die Schule und zu Freunden radeln können, dann können das auch wir Erwachsene. An gefährlichen Stellen, an denen sich der Auto- und Radverkehr kreuzt, braucht es rote Markierungen für die Radler, die es ja schon an einigen Stellen gibt. Dann wissen Autofahrer und -fahrerinnen, dass ein Radler kommen könnte und die Radler wissen, wo sie fahren müssen. Dazu zählen auch Piktogramme auf der Straße, damit die Radler nicht nach Schildern suchen müssen. Dafür setze ich mich seit 5 Jahren schon im Stadtrat ein, leider nur mit mäßigem Erfolg, bedingt durch den Einfluss der Autolobby.

Aber nicht nur der Radverkehr muss noch mehr in den Fokus rücken, auch der öffentliche Nahverkehr muss noch mehr auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden. Ein Rufbus, gerade für die Stadtteile wäre ein echter Gewinn, damit alle flexibel und unabhängig auch ohne Auto in die Stadt kommen können.
Wie wichtig ein funktionierender und leistungsfähiger Radverkehr und ÖPNV wäre, zeigt auch der Artikel in der Donauwörther Zeitung von Anfang Dezember, mit der Überschrift: „Zu viele Fahrzeuge auf zu wenig Straßen.“ Nur wenn mehr Leute Fahrrad fahren und den öffentlichen Nahverkehr nutzen, werden die Staus weniger.

Kinder brauchen Platz in den Schulen

Vor der Mangoldschule in Donauwörth MitteSeit Jahren nimmt die Zahl der Kinder in den Grundschulen zu. In der Parkstadt wurde das Alfred-Delp-Quartier als Wohngebiet ausgewiesen. Und trotzdem wurde keine Erweiterung für die Sebastian-Franck-Schule und für die Mangoldschule geplant.

Bei den Haushaltsberatungen 2025 habe ich als Schulreferentin, ich stehe in engem Kontakt mit den Rektorinnen, deutlich auf den Platzmangel an der Mangoldschule hingewiesen. Weder unsere Stadtratskolleginnen und Kollegen noch OB Sorré haben das Thema ernst genommen und die Schülerzahlen, die aus dem Einwohnermeldeamt kommen, sogar in Frage gestellt. Letztendlich wurden nur Gelder für eine Notlösung mit Containern eingestellt. Leider ist nichts passiert, nicht mal eine Planung. Kinder sitzen jetzt schon im Förder- und Differenzierungsunterricht auf dem Gang. Das wird sich im Schuljahr 2026/27 weiter verschärfen, da es noch eine Klasse mehr gibt. Durch das Verschleppen der Planung der Containerlösung, wissen wir nicht, wie und wo die Kinder unterrichtet werden. Das darf nicht sein. Wir müssen hier vorausschauender denken, gerade bei Kindern, denn sie sind die Zukunft und Kinder brauchen Fürsprecher.

Bezahlbarer Wohnraum Bezahlbarer Wohnraum – städtisch gedacht

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Es werden Baugebiete ausgewiesen, Gott sei Dank in der Zwischenzeit durch das Betreiben der Grünen, auch endlich mit Mehrfamilienhäusern.
Aber ich finde: Eine Stadt kann mehr tun.
Städtische Gebäude ertüchtigen, erneuern und wieder bezahlbar vermieten –
das ist nicht nur sozial, sondern auch clever.
So behalten wir Gestaltungsspielraum und sorgen dafür, dass Donauwörth für alle lebenswert bleibt.
Man kann auch mal moderner denken. Tinyhäuser sind im Trend, sind modern und sparen Fläche. Wir dürfen nicht warten, bis jemand nach einem Bauplatz für ein Tinyhaus fragt, wir müssen es anbieten, wir müssen die Möglichkeit schaffen.

Klimaschutz ist Menschenschutz

Und natürlich: Klimaschutz ist auch für mich nicht irgendein Themenfeld – er ist die Grundlage für alles.
Denn Klimaschutz ist Menschenschutz.
Er schützt unsere Gesundheit, unsere Lebensqualität und unsere Zukunft.
Mit erneuerbaren Energien, nachhaltiger Mobilität, grüner Infrastruktur und mutiger Planung können wir Donauwörth zu einer Stadt machen, die Verantwortung übernimmt – für heute und für die kommende Generationen.

Deshalb gilt, es ist egal ob für neuen Wohnraum oder Gewerbeflächen: Wir brauchen ökologische Vergabekriterien, der Bestand muss Vorrang haben, d.h. Leerstand muss genutzt werden, bevor neue Flächen versiegelt werden.

Hochwasserschutz

Dazu zählt auch der Hochwasserschutz, So etwas wie im Sommer 2024 darf nie mehr passieren. Zusum HochwasserDas ist die Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Niemand darf mehr Angst haben um das eigene Zuhause. Alle gefährdeten Stadtteile müssen weiter gleichbehandelt werden. Der Druck auf die zuständigen Behörden muss weiter hochgehalten werden, damit die nötigen Schutzmaßnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden. Aber auch Donauwörth muss ihren Beitrag dazu leisten, dafür setze ich mich ein.

Wirtschaft

Das alles gelingt uns natürlich nur, wenn wir eine stabile und wachsende Wirtschaft haben, denn die bringt das Geld in die städtischen Kassen. Dazu müssen wir aber auch für Neuansiedlungen für kleine und mittlere Unternehmen die Rahmenbedingungen schaffen. Das gelingt durch lokale Wirtschaftsförderprogramme. Donauwörth muss StartUps die Möglichkeit geben sich hier niederzulassen. Räume, sogenannte Start Up Locations müssen angeboten werden, die gemeinsam genutzt werden können.

Ich bin für die Landesgartenschau, ich hab auch dafür gestimmt und das bringt unsere Stadt weiter.

Ich bin für das Tanzhaus, das wird eine tolle Mitte in der Reichsstraße.

Aber diese schönen Dinge bringen nicht mehr Platz an den Schulen und keine bezahlbaren Wohnungen. Wir müssen auch an die kleinen Dinge denken, die Projekte, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, aber die für alle die in Donauwörth zu Hause sind, das Leben lebenswert machen.

Lassen Sie mich noch kurz auf die Dinge schauen, die unsere Fraktion in der vergangenen Wahlperiode erreicht haben.

Als erstes natürlich der Brückenschlag in die Parkstadt. Es war unsere Idee, wir haben den Antrag gestellt und jetzt wird es umgesetzt. Ein barrierefreier Weg, für Radler, Familien mit Kinderwägen und auch rollstuhlgerecht. Gerade im Hinblick auf steigende Einwohnerzahlen in der Parkstadt, ist das eine echte Entlastung für den Autoverkehr, wenn Menschen ohne Anstrengungen und Überwindung von Treppen aufs Rad umsteigen können.
Besonders wichtig ist die kommunale Wärmeplanung. Sie ist mehr als ein Verwaltungsprozess, sie ist ein Meilenstein für die Klimazukunft in Donauwörth. Ohne unseren Antrag, zu untersuchen wie Donauwörth langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen wird, wären die Planungen nicht in Gang gekommen und wir wären heute noch nicht so weit wie wir jetzt sind.

In der Stadt gibt es 2 Sozialarbeiterinnen. Diese beiden Stellen gibt es nur auf unser Betreiben hin. Hier werden Familien, Jugendliche und Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleitet und unterstützt.
Wir mahnen immer wieder an PV Anlagen auf öffentlichen Gebäuden zu installieren.

Aber auch die kleinen, wichtigen Dinge kommen von uns:

  • Das Moosmobil für alle 4. Klassen der Grundschulen, bei dem die Kinder in der Natur lernen, wie wichtig es ist unsere Ökosystem zu schützen
  • Zusätzliche Abfalleimer an stark frequentierten Stellen
  • Nicht-Füttern-Schilder an Gewässern zum Wohl der Tiere
  • Die Streuobstwiese in Riedlingen am Kreisverkehr

Interessant ist, dass gerade jetzt, von der Stadt Dinge angestoßen und vorangebracht werden, die wir schon seit 6 Jahren anmahnen, das zeigt uns, wie wichtig es ist dran zu bleiben.

Liebe Gäste,

Sie haben jetzt viel gehört, vielleicht denken Sie sich: „Ja, genau das brauchen wir! Vielleicht aber auch: „Das klingt ambitioniert“. Beides stimmt.
Die Herausforderungen für Donauwörth sind real und drängend. Das Verkehrssystem ist überlastet, bezahlbarer Wohnraum fehlt und die Grundschulen sind zu klein.
Wir haben Ideen und als Oberbürgermeisterin möchte ich diese Ideen Wirklichkeit werden lassen, mit Weitblick und der nötigen Entschlossenheit. Denn Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit sind keine Themen, die wir auf morgen verschieben können.
Ich habe in meinem Leben als berufstätige Frau, Mutter von 2 Söhnen und Stadträtin schon viel erlebt. Ich weiß, was es bedeutet, wenn eine Stadt mitdenkt, oder eben nicht. Deshalb will ich Donauwörth einfacher, gerechter und ein ganzes Stück grüner machen.
Deswegen bitte ich um Ihre Unterstützung und Ihre Stimme am 8. März.

Ihre 

Bärbel Stahl

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